Datenschutz in der Kirche

Die Kirchen und bestimmte andere Religionsgemeinschaften, können den Artikel 91 der DSGVO für sich in Anspruch nehmen und eigene Regelungen für den Datenschutz treffen. In der evangelischen Kirche hat die EKD dies für sich und alle ihr angeschlossenen Bereiche Ende 2017 in Angriff genommen.Die Bistümer der Katholischen Kirche hat entsprechendes für ihre Diözesen umgesetzt. Damit hat dann die am dato geltende KDO am 23.5.18 ausgedient.

Es gibt jedoch in Deutschland noch katholische Orden, die nicht an eines der Bistümer angegliedert sind, sondern direkt dem Vatikan verantwortlich sind. Für diese ist bis dato nur ein Entwurf eines KDG bekannt, die Ratifizierung steht jedoch kurz vor dem Abschluß. Inhaltlich sind die Datenschutzregelungen der beiden KDG fast identisch.

Daneben gibt es noch evangelische Freikirchen, Altkatholiken, Orthodoxe und andere Religionsgemeinschaften, die wenn bis zum 25.5.18 keine eigenen Datenschutzregelungen ratifiziert wurden der DSGVO unterliegen.

Wichtig sind diese Datenschutzregelungen, da die Kirchen aus ihrem Selbstverständnis viele soziale und caritative Einrichtungen betreibt. Kindertagestätten, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und Beratungsstellen sind nur einige Bereiche wo viele Gesundheitsdaten und andere sensible personenbezogene Daten anfallen und dokumentiert werden müssen.

Der Artikel 91 hat jedoch die Freiheiten der Kirchen in Bezug auf die Ausgestaltung ihrer Datenschutzregelungen eingeschränkt. Der herzustellende Einklang mit der DSGVO zeigt sich beispielsweise in der Schaffung von unabhängigen Aufsichtsbehörden. Auch die verpflichtende Bestellung von betrieblichen Datenschutzbeauftragten für alle sozialen und caritativen Einrichtungen ist eine Verbesserung für die Betroffenen.

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